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flossgraben

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Floßgraben

Bearbeiter:

Hans-Peter Kozerski, Bahnhofstraße 14, 15848 Beeskow

Dr. Wolfgang Krutzke, Koch-Gotha-Strasse 7, 18055 Rostock

Der Floßgraben ist Teil eines für den Transport von Scheitholz angelegten historischen Kunstgrabensystems und befindet sich in den Flusseinzugsgebieten der Weißen Elster und Pleiße.

Die gesamte Lauflänge des Floßgrabens liegt zwischen den Städten Pegau, Zwenkau, Markkleeberg und Leipzig. Mit der Einstellung der Flößerei im Jahre 1864, wurde der Graben teilweise zugeschüttet und später durch den Tagebau unterbrochen. Ein geringer Wasserdurchfluss, Abwassereinleitungen und der Eintrag von organischem Material führten zu einer starken Verschlammung des Gewässerbettes mit Sedimenten von bis zu 1,0 m Höhe.

Bereits im Jahr 2000 wurde eine Teilberäumung durch die LMBV mbH vom Ziegeleiweg an der Staatsstraße 46 bis zum Klärwerk Markkleeberg vorgenommen. Von September 2002 bis Dezember 2003 wurden weitere Teilstücke mit Schreit- und Saugspülbagger und anschließenden Schutenabtransport beräumt.

Im Jahr 2004 wurde die Gewässerentschlämmung abgeschlossen. Insgesamt sind 18.200 m³ Schlamm aus dem Floßgraben entnommen worden. Die Gesamtkosten der Maßnahme beliefen sich auf ca. 980.000 €. Zur Finanzierung wurden Fördermittel in Höhe von 504.400 € bereitgestellt. Zusätzlich wurden 172.400 € durch die LMBV mbH, 15.000 € durch die Stadt Markkleeberg und ca. 288.200 € durch die Stadt Leipzig zur Verfügung gestellt.

Durch die Entschlämmung stieg die Wassertiefe im Floßgraben an. Die durchschnittliche Wassertiefe beträgt nunmehr bei Normalwasserstand 0,6 bis 1,0 m. Die Gewässerbreite liegt zwischen 6 und 10 m.

Die Entschlammung des Floßgrabens war vor allem aus ökologischen Gesichtspunkten heraus notwendig geworden. Durch die organischen Einträge wie Laub, Pflanzenreste und kommunales Schmutzwasser kam die biologische Selbstreinigungskraft des Gewässers zum erliegen, so dass neben der fortschreitenden Verlandung auch zunehmende lebensfeindliche Gewässerbedingungen vorherrschten.

Durch die Entnahme des Faulschlammes wurden die gewässerökologischen Bedingungen wesentlich verbessert. Zusätzlich entstand dabei der positive Nebeneffekt, dass durch die Auskofferung des Schlammes und der damit in Verbindung stehenden Zunahme der Wassertiefe, das Gewässer nunmehr mit Booten befahren werden kann. Im Vordergrund steht jedoch die sensible Nutzung des Areals durch Mehrpersonenboote. Naturwahrnehmung, Naturschutz und der wassertouristische Verbund zwischen der Pleiße und dem Cospudener See können so zur direkten Anwendung gelangen und beweisen die Vereinbarkeit der jeweiligen Nutzungsansprüche. So wird die wasserwegsame Nutzbarkeit des etwa 2,5 km langen Leipziger Abschnitts des Floßgrabens bis zum Cospudener See ein Schlüsselprojekt des Gewässerverbundes. Dabei stellt der Floßgraben die gewässertouristische Verbindungsfunktion zwischen dem Cospudener See und den Leipziger Fließgewässern her.

2,5 Abzweig aus dem Cospudener See

2,3 EB - Br.

2,2 Wege - Br. Kläranlage Markkleeberg

1,9 Rohr - Br.

0,4 Wege - Br. „Weiße Brücke“ Die Linie, Leipzig-Connewitz

0,0 Mündung in Pleiße bei km 1,5.

flossgraben.1365154443.txt.gz · Zuletzt geändert: 2013/04/05 11:34 von krutzke

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