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Informationen zur Altmühl

Bearbeiter:

Hans Richter, Regensburg

Dr. Wolfgang Krutzke, Koch-Gotha-Strasse 7, 18055 Rostock

Die Geschichte des Gewässers reicht zurück in eine unvorstellbar weite Zeit: Vor rund 150 Millionen Jahren - in der Jurazeit - bildete das Altmühltal die Uferzone eines Urmeeres, was man noch heute mit vielen Fossilienfunden belegen kann. Hier herrschte subtropisches Klima, in dem sich viele Urtiere tummelten. Aber auch die Menschen besiedeln dieses Gebiet schon seit vielen Jahrtausenden: Schon Neandertaler und Eiszeit-Jäger nutzten die Höhlen dieser Gegend als Unterschlupf, 6.000 vor Christi siedelten sich auf dem fruchtbaren Gebiet Bauern an und in der Bronzezeit wurde hier Metall gewonnen. Die Kelten schließlich bauten die ersten Städte und die Römer errichteten Bäderanlagen und Villen.

Von der Stille des „Alkumana“ ist heute nicht mehr allzu viel übrig geblieben - zumindest nicht in der Sommersaison. Die Altmühl ist einer der beliebtesten Freizeitflüsse Deutschlands. Vor allem Radler, aber auch Wanderer, Kanufahrer und Kulturinteressierte haben den Fluss in der Mitte Bayerns in den letzten zehn Jahren entdeckt.

Die Altmühl entspringt auf dem südlichen Abhang des fränkischen Landrückens (auf der Hohen Leite) nordöstlich von Rothenburg ob der Tauber. Als ihre Quelle legte 1904 das Königliche Bayerische Hydrotechnische Bureau zu München den Abflussgraben des Hornauer Weihers fest. Dieser wird von einigen Bächen gespeist, wovon inzwischen die Quelle bei der Siedlung Erlach als Altmühlursprung angesehen wird. Die Altmühl hat südöstliche Hauptrichtung und befindet sich damit südlich der großen Europäischen Wasserscheide. Sie ist der an Gefälle ärmste Fluss in Bayern. Seine Fließgeschwindigkeit ist deshalb äußerst gering, sodass die Altmühl sogar zu den langsamsten Flüssen in Deutschland zählt.

Die Altmühl ist im oberen Drittel ein in einem breiten Tal langsam fließender Wiesenfluss. Die Landschaft ist flach, leicht hügelig und der Grund besteht im Wesentlichen aus Keuper. Die Bestandteile des Keupers sind Kalk und Ton. Ton ist nicht gut löslich und neigt dazu, den Untergrund abzudichten. Die Folge davon ist, dass die Altmühl im Oberlauf den Anblick eines nicht allzu breiten Baches bietet.

Der Altmühlsee bei Gunzenhausen, in den jedoch nur bei Hochwasser Wasser über den Altmühlzuleitergelangt (ansonsten wird das Wasser am See vorbeigeleitet), wurde als Reservoir für den Main-Donau-Kanal angelegt. Er ist als Vogel- und Naturschutzgebiet ausgewiesen. Das Wasser aus dem See wird dem Kanal nördlich der kontinentalen Wasserscheide zugeführt. Es fließt durch den Tunnel des Altmühlüberleiters zunächst in den Kleinen Brombachsee. Aus dem Main-Donau-Kanal gelangt es letztlich in den Rhein, so dass hier eine künstliche Flussbifurkation angelegt wurde.

Der Charakter der Altmühltals ändert sich ab Treuchtlingen. Dort fließt die Altmühl durch die fränkische Juraplatte, durch dessen leicht wasserlösliches Kalkgestein hat sie sich ein enges Tal gegraben beziehungsweise ausgewaschen. Dessen steile Hänge weisen zum Teil bizarre Felsformationen auf. Besonders gut sind kesselförmige Auswaschungen bei der Ortschaft Eßlingen etwa 20 m über dem Flussniveau zu erkennen.

Ab der Ortschaft Dollnstein wird das Tal fast übergangslos sehr viel breiter. Hier fließt die Altmühl durch ein früheres Tal der Donau, so genanntes „Urdonautal“, das bei der Ortschaft Rennertshofen vom heutigen Donautal abzweigt und in dem Bereich, wo es heutzutage nur kleine Bäche enthält, Wellheimer Trockental genannt wird.

Im Jahr 1927 wurde ab Treuchtlingen der Lauf des Flusses begradigt und mit zahlreichen Wehranlagen reguliert, wodurch zahlreichen Altwassern entstanden. Mittlerweile sind einige der Regulierungsmaßnahmen wieder rückgangig gemacht worden, wie zum Beispiel bei der Ortschaft Wasserzell kurz vor Eichstätt. Im Unterlauf (ab Töging bei Dietfurt a.d.Altmühl) ist die Altmühl als Teil des Main-Donau-Kanals kanalisiert worden. Unterhalb Kelheim mündet sie in die Donau.

informationen_zur_altmuehl.txt · Zuletzt geändert: 2008/04/29 08:28 von krutzke

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