Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge

naturschutzgebiet_schluesselburg

Naturschutzgebiet Schlüsselburg

Allgemeines zu Land und Leuten

Der Regierungsbezirk Detmold liegt im Nordosten des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen im Zentrum der Bundesrepublik Deutschland. Zu dem Regierungsbezirk gehören die Kreise Gütersloh, Herford, Höxter, Lippe, Minden-Lübbecke und Paderborn und die kreisfreie Stadt Bielefeld.

Im Südwesten wird der Regierungsbezirk durch den Regierungsbezirk Arnsberg mit dem Kreis Soest und dem Hochsauerlandkreis begrenzt, im Westen durch den Regierungsbezirk Münster mit dem Kreis Warendorf. Nach Norden und Westen grenzt der Regierungsbezirk Detmold an das Bundesland Niedersachsen, nach Südosten an das Bundesland Hessen.

Der Regierungsbezirk Detmold ist flächengleich mit der Region Ostwestfalen-Lippe, die man hier vor Ort auch einfach kurz „O W L“ nennt. Auf ca. 6518 km² leben in Ostwestfalen-Lippe etwa 2.058.000 Menschen; dies entspricht einer durchschnittlichen Bevölkerungsdichte von 315 Einwohnern je Quadratkilometer.

Ostwestfalen-Lippe wird sowohl durch größere attraktive Städte als auch durch eine reich strukturierte, vielfältige Kulturlandschaft geprägt, in der viele kleine geschichtsträchtige Städte und Orte sowie ökologisch intakte Naturräume dazu einladen, sich zu erholen, auf Entdeckungsreise zu gehen oder hier zu leben. Unter den größeren Städten sind an erster Stelle die Städte Bielefeld (ca. 322.000 Einwohner) und Paderborn (ca. 140.000 Einwohner) zu nennen. Parallel zu der wichtigen Eisenbahn- und Bundesautobahnverbindung (BAB A 2), die den Regierungsbezirk von Südwesten nach Nordosten durchquert, besteht mit den Städten Rheda-Wiedenbrück, Gütersloh, Bielefeld, Herford, Bünde, Löhne, Bad Oeynhausen, Porta Westfalica und Minden ein markanter Siedlungsschwerpunkt innerhalb des Regierungsbezirks. Weitere Städte, die nicht zuletzt aufgrund ihrer gut erhaltenen historischen Stadtzentren über die Region hinaus Bekanntheitsgrad haben, sind die Städte Detmold, Lemgo, Höxter und Warburg.

Natur und Landschaft

Die bewaldeten Höhenzüge des Teutoburger Waldes, des Wiehen- und Eggegebirges sowie nördliche Ausläufer des Sauerlandes, die abwechslungsreichen Mittelgebirgslandschaften der Paderborner Hochfläche, des Lippischen Berglandes und des Weserberglandes laden ebenso zum Erholung und Entspannung ein wie die Flußlandschaften von Weser, Ems, Lippe, Werre und Diemel. Fünf Heilbäder und 16 weiteren Kurorte haben der Region auch den Namen Heilgarten Deutschlands eingebracht.

Landschaftlich besonders auffallend sind zunächst zwei bewaldete Höhenzüge, die den Regierungsbezirk Detmold durchschneiden.

Der Höhenzug Teutoburger Wald und Eggegebirge zieht sich zunächst mit dem überwiegend durch Buchenwälder geprägten Teutoburger Wald durch den nördlichen Kreis Gütersloh und die Stadt Bielefeld bis in den südlichen Kreis Lippe hinein. Auf der Höhe von Detmold befindet sich in der Ortschaft Hiddesen das über die Region hinaus bekannte Hermannsdenkmal. Das 1875 errichtete monumentale Denkmal erinnert an die Schlacht zwischen den Germanen unter Arminius und den Römern unter ihrem Feldherrn Varus. Bei Horn-Bad Meinberg - unweit des geologisch bemerkenswerten Ausflugszieles der Externsteine - geht der Teutoburger Wald in das Eggegebirge über. Das Eggegebirge zieht sich von hier aus weiter nach Süden entlang der Kreisgrenze von Höxter und Paderborn bis in die nördlichen Ausläufer des Sauerlandes.

Der zweite markante Höhenzug Wiehengebirge-Wesergebirge durchzieht den südlichen Kreis Minden-Lübbecke in Ost-West-Richtung. Die beiden Mittelgebirgszüge Wiehengebirge und Wesergebirge werden durch den Durchbruch der Weser im Bereich Porta Westfalica - der „Pforte Westfalens“ - geteilt.

Die beiden Höhenzüge sind Bestandteile großräumiger Naturparke und besitzen große Bedeutung für die Naherholung und den Tourismus. Der östliche Teil des Teutoburger Waldes – ab Bielefeld - und das Eggegebirge sind Bestandteil des Naturparkes Eggegebirge und südlicher Teutoburger Wald , der westliche Teil des Teutoburger Waldes und das Wiehengebirge sind Bestandteil des Naturparkes Nördlicher Teutoburger Wald - Wiehengebirge .

Weiterhin hat der Regierungsbezirk Detmold im Nordwesten des Kreises Minden-Lübbecke Anteile am Naturpark „Dümmer“ . Attraktive Erholungsgebiete sind hier der „Stemweder Berg“ und das Naturschutzgebiet „Oppenweher Moor“

Vom Landschaftscharakter her ist der nördliche Kreis Minden-Lübbecke bereits der norddeutschen Tiefebene zuzuordnen. Prägend sind ebene, landwirtschaftlich überwiegend als Acker genutzte Flächen und die darin eingestreuten Reste ehemals großflächiger Moore und feuchter Wiesen. Exemplarisch sind neben dem Naturschutzgebiet „Oppenweher Moor“ insbesondere das Naturschutzgebiet „Großes Torfmoor“ sowie das großflächige Feuchtwiesenschutzgebiet „Bastauwiesen“ zu nennen.

Entlang der Weser nördlich von Petershagen bilden die Weseraue und mehrere ehemalige Sand- und Kiesgruben das Feuchtgebiet internationaler Bedeutung „Weserstaustufe Schlüsselburg“ , welches in jedem Jahr Rast- und Überwinterungsplatz einer Vielzahl nordischer Gänse und Schwäne ist. Darüber hinaus stellt die Weseraue das letzte Brutgebiet des Weißstorches in Nordrhein-Westfalen dar.

Der Kreis Herford und die Stadt Bielefeld werden überwiegend durch das Ravensberger Hügelland geprägt. Landschaftlich auffallend sind vor allem tief eingeschnittene und reich verzweigte Siektäler, die überwiegend als Naturschutzgebiete ausgewiesen sind. Beispielhaft ist im Kreis Herford auf das Bramschebach-/Nagelsbachtal oder das Asbeke-/Kinsbachtal hinzuweisen.

Für die Stadt Bielefeld ist allerdings vor allem der schon angesprochene Höhenzug des Teutoburger Waldes kennzeichnend, der das zentrale Stadtgebiet durchschneidet. Damit bestehen auch in Zentrumsnähe für die hier lebende Menschen attraktive und ausgedehnte Naherholungsräume.

Der Kreis Gütersloh gehört naturräumlich überwiegend bereits zu m Ostmünsterland. Neben dem bewaldeten Höhenzug des Teutoburger Waldes im Norden des Kreisgebietes findet man hier eine ebene überwiegend landwirtschaftlich geprägte Parklandschaft, in die viele kleinräumige Gehölzstrukturen eingebettet sind. Im Umfeld der Ems, die im Kreis Gütersloh entspringt, und ihrer zahlreichen Nebenbäche und Zuflüsse haben sich viele ökologisch wertvolle Feuchtgrünlandflächen erhalten, die überwiegend als Naturschutzgebiete gesichert sind. Exemplarisch sind hier die Naturschutzgebiete „Rietberger Emsniederung“, „Versmolder Bruch“ und „Grasmeerwiesen“ zu nennen, die vielen Wat- und Wiesenvögeln wie dem Großen Brachvogel Lebensräume bieten.

Der Kreis Lippe wird insbesondere im Osten durch das kleinräumig sehr reich strukturierte Lippische Bergland gekennzeichnet. Neben den typischen Flußlandschaften entlang der Bega und der Emmer laden große zusammenhängende Wälder zur ruhigen Erholung ein. Die Wälder des lippischen Berglandes, wie z.B. der Schwalenberger Wald oder die Lemgoer Mark weisen wie die Wälder der angrenzenden Kreise Höxter und Paderborn einen sehr hohen Buchenanteil auf. Diese naturnahen Buchenwälder in unterschiedlichen Ausprägungen sind wichtiger Teil des europäischen Naturerbes, aber auch zu jeder Jahreszeit in ihren wechselnden Farben ein attraktives Ausflugs- und Wanderziel. Besondere Bedeutung für die Naherholung hat der künstliche angelegte Emmer-Stausee bei Schieder. Die touristische Bedeutung des Teutoburger Waldes im Süden des Kreises Lippe wurde bereits angesprochen. Interessante Ausgangsorte für Erkundungen des Teutoburger Waldes sind vor allem Oerlinghausen, Detmold (Hermannsdenkmal) und Horn (Externsteine). Südlich des Teutoburger Waldes schließt sich der 250 km² große Landschaftsraum der Senne an, die aus eiszeitlichen Ablagerungen von Sanden entstanden ist. Vom Teutoburger Wald ausgehend reicht die Senne nach Südwesten bis in die Kreise Paderborn und Gütersloh sowie in die Stadt Bielefeld hinein. In der von Natur aus nährstoffarmen Senne sind vor allem Eichen- und Kiefernwälder heimisch. Aufgrund von historischen Landnutzungsformen sind hier jedoch auch große Heideflächen entstanden. Die noch erhaltenen Reste der ehemals großen Heide sind heute allein durch Maßnahmen des Naturschutzes, insbesondere die Beweidung mit besonders genügsamen Schafrassen, zu erhalten. Unter den landwirtschaftlichen Nutzungen fallen in der Senne vor allem große Spargelfelder und viele Forellenzuchten auf, die auf das klare Wasser der Sennebäche angewiesen sind. Der Kern der Senne wird durch den Truppenübungsplatz Senne gebildet: Ungestört von der im Umfeld voranschreitenden Siedlungsentwicklung und landwirtschaftlichen Nutzungsintensivierung konnte sich hier ein fast ursprüngliches Paradies für eine Vielzahl vom Aussterben bedrohter Tier- und Pflanzenarten erhalten. Die Flächen des Truppenübungsplatzes Senne gehören damit zu den naturschutzfachlich wertvollsten Flächen in Nordrhein-Westfalen. Aufgrund der aktuellen militärischen Nutzung der Flächen als Übungsplatz kann das Gebiet jedoch nur zu besonderen Zeiten außerhalb des Übungsbetriebes und ausschließlich auf einigen befestigten Strassen erkundet werden – was für viele scheue Tierarten jedoch durchaus von Vorteil ist. Aber auch außerhalb des eigentlichen Truppenübungsplatzes kann man den besonderen Charakter des Landschaftsraumes Senne kennen lernen, beispielsweise im Naturschutzgebiet Moosheide (Kreis Gütersloh/Kreis Paderborn).

Der Kreis Paderborn zählt sicherlich zu den landschaftlich vielfältigsten Kreisen Nordrhein-Westfalens. Neben dem Eggegebirge mit dem großflächigen in die Kreise Lippe und Höxter übergreifenden Waldnaturschutzgebiet „Egge“ im Nordosten und großen Anteilen an der Senne im Norden des Kreisgebietes ist vor allem die zentrale Paderborner Hochfläche landschaftlich besonders reizvoll. Hoch gelegene Flächen, von denen man weit in die westlich anschließenden Niederungsbereiche und auf die Stadt Paderborn schauen kann, wechseln sich ab mit tief eingeschnittenen Tälern. Ein besonders typisches Mittelgebirgstal, in dem viele Feuchtwiesen, Trockenrasen und Obstwiesen nebeneinander gut erhalten sind, ist das Naturschutzgebiet Sauertal. Nach Westen geht die Landschaft in das Ostmünsterland über. Wie schon im Kreis Gütersloh ist hier eine Parklandschaft anzutreffen, in der viele kleine Wälder und Feuchtwiesen erhalten sind, beispielsweise die Feuchtwiesenschutzgebiete „Rabbruch“, „Hederaue“ und „Erdgarten/Lauerwiesen“. Im Süden des Kreises Paderborn erstrecken sich große zusammenhängende Laubwaldgebiete. Naturräumlich handelt es sich dabei um die nördlichen Ausläufer des Sauerlandes. Eingebettet in diese Wälder befindet sich bei Wünnenberg eine große Trinkwassertalsperre, die Aabachtalsperre. In Bleiwäsche nahe der Grenze zum Hochsauerlandkreis ist mit ca. 480 m über N.N. auch der höchste Punkt im Regierungsbezirk erreicht. Unter den größeren Gewässern, durch welche die Landschaft im Kreis Paderborn zusätzlich gegliedert wird, ist zunächst die Lippe zu nennen, die bei Bad Lippspringe – wie der Ortsname schon vermittelt - ihr Quellgebiet hat. Viele ihrer Zuflüsse– namentlich die Alme, die Afte und die Altenau – haben sich tief in die Paderborner Hochfläche hinein geschnitten.

naturschutzgebiet_schluesselburg.txt · Zuletzt geändert: 2007/12/31 14:02 von krutzke

Seiten-Werkzeuge